Weihnachtsbäckerei für Diabetiker

Weihnachtsplaetzchen Stimmungsbild

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In der Weihnachtszeit locken die süßen Plätzchen ... Wir liefern Dir rechtzeitig ein paar Tipps für die Diabetiker Weihnachtsbäckerei.

Wenn man z. B. nach “Vanillekipferl für Diabetiker” googelt, findet man viele Rezepte, die vor Zucker nur so strotzen, aber Halbfettmargarine statt Butter verwenden. Das ist nicht die Lösung. Butter durch (Halbfett-)Margarine zu ersetzen, macht ein Rezept nicht zu einem Low Carb- und damit Diabetes-tauglichen Rezept. Diese Mär hält sich aber leider noch in vielen Köpfen.

Was kannst du stattdessen verwenden?

Wenig Mehl

Das ideale Weihnachtsplätzchen-Rezept für Diabetiker enthält möglichst wenig Mehl.

Auch wenn es den Geschmack etwas in Richtung “gesund” verändert, solltest du wenigstens einen Teil des 405 Mehls durch Vollkornmehl oder eine der “neuen” Mehlsorten wie Mandelmehl ersetzen. Mandelmehl ist leider noch ziemlich teuer. Aber wenn man z. B. pro Rezept 50 g reguläres Mehl durch Mandelmehl ersetzt, kommt man mit einer Packung Mandelmehl sehr weit.

Kokosmehl hat zwar einen herrlich nussigen Geschmack, aber hat ganz andere Backeigenschaften als das Standardmehl. Du kannst es nicht statt regulärem Mehl einsetzen, ohne auch den Rest der Zutaten anzupassen.

Viele alte Adventsklassiker haben früher übrigens kein oder kaum Mehl enthalten sondern wurden mit gemahlenen Nüssen hergestellt wie Vanillekipferl, Zimtsterne, Lebkuchen. Es lohnt sich, hier nach alten Rezepten (vor 1950) zu schauen oder mit Low Carb Varianten zu experimentieren. Nüsse wurden jahrzehntelang als Fettbomben geächtet, aber erleben seit einigen Jahren eine Renaissance. Natürlich enthalten sie viele Kalorien und viel Fett, aber dafür machen sie (besonders in Kombination mit Eiweiß) lange satt. Ein Nussplätzchen zu essen, ist deshalb “befriedigend”, während man sich bei fettfreien Varianten, die mit Süßstoff gesüßt sind, ohne es zu merken durch die halbe Packung pflügt.

Süssen ohne Reue

Wir backen am liebsten mit möglichst wenig Zucker. Der Körper gewöhnt sich an einen hohen Zuckerkonsum und funkt dann “Bäh, nicht süß genug.” Zum Glück funktioniert das auch andersherum.

Wenn Süße nötig ist, süßen wir Plätzchen gern mit Erythrit.

Es ist eine aus Mais hergestellte Süße, die etwas schwächer als Haushaltszucker süßt, aber dafür den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Einer der Handelsnamen ist “Xucker light”. Der Geschmack ist neutraler als bei Stevia, weshalb wir es gerade für Plätzchen sehr gut finden. Allerdings schmeckt es etwas “frisch”, woran man sich etwas gewöhnen muss.

Die meisten Menschen können Erythrit sehr gut verdauen. Du testest das am besten aber erstmal, da es auch Menschen gibt, die von zu viel Erythrit Blähungen und andere Beschwerden bekommen.

Im Handel ist Erythrit unter verschiedenen Namen zu finden, ein bekannter ist “Xucker Light”. Erythrit hat auf der Packung zwar ähnlich viele Kilokalorien wie Zucker, aber der Körper kann es nicht verdauen. Es wirkt sich daher nicht auf den Blutzuckerspiegel aus!

Zucker - Erythrit Ersetzung

Erythrit süßt schwächer als Haushaltszucker. Wir ersetzen erst immer 1:1 und erhöhen die Menge dann, falls uns die Plätzchen nicht süß genug waren. Die Standard-Ersetzung ist 100 g Haushaltszucker = 140 g Erythrit.

Xylit ist auch ein interessantes Süßungsmittel. Es wird auch Birkenzucker genannt.

Es süßt stärker als Haushaltszucker. In Rezepten kann man 100 g Haushaltszucker mit etwa 60 g Xylit ersetzen. Xylit schmeckt noch “frischer” als Erythrit. Entweder man gewöhnt sich dran, oder man nutzt den Geschmack z. B. für karibische Plätzchen mit Zitronengeschmack.

Achtung mit den Beigaben

Der Zuckergehalt von Keksen steigt schnell an, wenn man sie mit kleinen Extras aufpeppt, bei denen man im ersten Moment gar nicht daran denkt, dass sie Kohlehydratbomben sind.

Achtung bei:

  • kandierten Früchten, auch Orangeat und Zitronat
  • getrockneten Früchten
  • Nougatmasse
  • Marzipan
  • Marmeladenfüllung

Mit ein bisschen Experimentieren lassen sich für viele dieser Zutaten aber Low Carb Varianten finden. Zum Beispiel frisch geraspelte Orangenschale statt Orangeat, selbst hergestelltes “Marzipan” (siehe unser Tipp unten), Backkakao statt Nougat oder Milchschokolade-Stückchen, frische mitgebackene Obststückchen statt Marmeladenklecks …

Ein schönes Vanillekipferl-Rezept, das nur Nüsse und kein Mehl enthält, findest du bei Backen macht glücklich: Low Carb Vanillekipferl. Der Clou: Mit Proteinpulver kannst du das Rezept sogar in Low Carb High Protein abwandeln.

Tipp 1: Gemahlene Vanille

Vanilleschoten sind inzwischen sehr teuer. Um möglichst viel von den Schoten zu haben, lassen wir die ausgekratzten Schoten trocknen und mahlen sie anschließend mit der elektrischen Kaffeemühle zu Vanillearoma.

Tipp 2: Zuckerfreies Marzipan

Marzipan kann man zu Hause herstellen und hat dann in der Hand, ob überhaupt Zucker, Honig bzw. Süßmittel hineinkommen und wie viel.

Da sich das Küchengerät bei der Zubereitung aufheizt, lieber nur kleine Mengen auf einmal produzieren und Abkühlpausen einlegen!

Rezept für zuckerfreies Marzipan

50 Gramm gemahlene oder gehackte Mandeln ohne Schale, ein paar Tropfen Bittermandelaroma (maximal ½ Fläschchen) und 1 EL Wasser mit dem Pürierstab oder dem Food Processor so lange bearbeiten, bis die Mandelmasse anfängt, aneinander zu kleben. Nicht zu lange pürieren, dann gibt es Mandelmus. ;-)

Die klebrige Mandelpaste in eine Schüssel geben und mit den Händen kräftig weiterkneten und zu einem Block Marzipan zusammendrücken. Das Marzipan kann jetzt ganz normal zum Backen und für leckere Marzipankartoffeln (gerollt in zuckerfreiem Backkakao und Zimt) verwendet werden.

Der Geschmack ist nicht so süß wie bei regulärem Marzipan. Wer es süßer mag, kann beim Pürieren 30 g puderfeines Erythrit dazugeben.


Foto: Unsplash | Alexandra Kusper